• Geographischer Schwerpunkt: Nördliche Stubaier Alpen (Fotschertal, Senderstal, Oberbergtal), teilweise Ötztal und Zillertal
  • Zeitlicher Schwerpunkt: besonders Altholozän/Mittelsteinzeit, darüber hinaus auch andere Abschnitte der Ur- und Frühgeschichte
  • Methodischer Ansatz: Entsprechend des notwendigen fachübergreifenden Ansatzes der Arbeitsgruppe 'Hochgebirgsarchäologie und Quartärökologie' am Institut für Geologie und Paläontologie (Universität Innsbruck) wird eine Strategie verfolgt, welche von K.W. Butzer als 'Geoarchäologie' bezeichnet wurde.
  • derzeit weitere geo-archäologische und klimawissenschaftliche Untersuchungen zum Ullafelsen-Projekt
  • Vorbereitung einer englischsprachigen Monographie zur Mensch-Umwelt-Forschung in Tirol

Abgeschlossene Projekte

 

  • Forschungsprojekt zur Mittelsteinzeit in Tirol; gefördert vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, Wien
    (2 aufeinander folgende FWF-Projekt, zuletzt bis 2013)

Leitung - ao. Univ.-Prof. Dr. D. Schäfer

 

Als Hauptschwerpunkt bei der Durchführung von archäologischen Ausgrabungen sind die Arbeiten am Fundplatz Ullafelsen (Gem. Sellrain, Verwalt.-bezirk Innsbruck-Land) von größerer Bedeutung.

Der Fundplatz wurde im September 1994 in der Folge systematischer Prospektionen entdeckt. Archäologische Ausgrabungen und begleitende naturwissenschaftliche Prospektionen fanden in der Folge in den Jahren 1995-1997, 1999 sowie 2002-2004 statt. 2002 bis 2004 wurden außerdem intensive archäologische Prospektionen im Fotscher-, Senders- und Oberbergtal durchgeführt, welche unsere Kenntnis von der ur- und frühgeschichtlichen Nutzung alpiner Höhenstufenbereiche deutlich vermehrten.

Die Untersuchungen am Fundplatz Ullafelsen erbrachten u.a.:

    • den ersten und ältesten von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe untersuchten mittelsteinzeitlichen Fundplatz in Österreich,
    • die ersten Feuerstellen aus dieser Zeit in Österreich, welche zugleich Anschlußuntersuchungen über die nacheiszeitliche Waldgrenzentwicklung erlaubten,
    • dem weitesten nachweisbaren Transportweg für diese Kulturperiode im circumalpinen Gebiet,
    • dem ältesten Beleg aus dem Holozän für eine reguläre Rohstoffversorgung über den Alpenhauptkamm,
    • erstmalige Nachweise organischer Schäftungskittspuren für die zusammengesetzten Jagdgeräte (Stein/organisches Material) im gesamten alpinen Bereich (außerhalb von Feuchtbodensiedlungen),

Erstmalig wurde auch das gesamte Geräteinventar eines mittelsteinzeitlichen Fundplatzes durch mikroskopische Gebrauchsspurenuntersuchungen analysiert (s. unten, online-Bericht A016).

  • weitergehende Informationen: siehe online-Berichte hier sowie im Rahmen des Bandes 'Das Mesolithikum-Projekt Ullafelsen (Teil 1) - Infos arrowhier

Von Interesse ist bei der Projektdurchführung auch die Erweiterung der methodischen Basis siedlungsarchäologischer Fragestellungen (z.b. Bericht A010 und A011) sowie Überlegungen zur prähistorischen Wegeführung über den Alpenhauptkamm (z.B. Bericht A009).

 

  • Beteiligung am Forschungsprojekt 'HOLA Nachweis und Analyse von holozänen Lawinenereignissen' (Institut für Naturgefahren und Waldgrenzregionen, Innsbruck)

Leitung Mag. Roland Luzian (siehe auch arrow HOLA-Website, allerdings nur Stand 2004)

Geographisches Untersuchungsgebiet: hinteres Zillertal (Zemmgrund)

Die archäologische Projektbeteiligung besteht in der Untersuchung siedlungsarchäologischer Befunde und ihrer Korrelation mit naturwissenschaftlich erbrachten Hinweisen auf anthropogene Landschaftsveränderungen.

Ein bei Feldarbeiten (2004/2005) entdeckter anthropogen bedingter Brandhorizont mit Artefaktfunden aus der mittleren Bronzezeit korreliert mit entsprechenden pollenanalytisch begründeten Untersuchungsergebnissen zu erfolgten Brandrodungen aus dieser Zeit (Analysen: J.N. Haas).

Abschlussbericht:

Pindur, P., Schäfer, D. u. R. Luzian 2007
pdf_icon Der Nachweis einer bronzezeitlichen Feuerstelle bei der Schwarzensteinalm im Oberen Zemmgrund, Zillertaler Alpen.
In: Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft, Bd. 149, 2007, 181-198.

    • pollenanalytische und dendrochronologische Untersuchungen zur bronzezeitlichen Wirtschaftsgeschichte des hinteren Zillertales finden Entsprechung in Feuerstellenbefund - Vergleiche zu bronzezeitlichen Erschließung der Alpen